Totgesagte Website hat mit GEO eine neue Zukunft
Abschied von der Homepage, weil es mit Social Media besser geht? Falsch hieß es einmal mehr auch auf dem Nürnberg Digital Festival.
„Die Website stirbt nicht“, zeigte sich Professor Markus Kaiser bei einer Partnerveranstaltung bei NIK – Netzwerk der Digitalwirtschaft überzeugt. Schon Facebook-Gründer Mark Zuckerberg lag falsch, als er einst das Ende der Websites voraussagte, weil man alle Nachrichten bei ihm auf Facebook finde. Kaiser erinnerte an seinen früheren Chefredakteur der Nürnberger Zeitung, Wolfgang Riepl. Der formulierte bereits 1913 am Beispiel des Informationswesens des Altertums das Riepl'sche „Grundgesetz der Entwicklung des Nachrichtenwesens“. Demnach werden bei Medienumbrüchen die alten Medien nie gänzlich durch die neuen verdrängt. Für Impulsredner Kaiser war deshalb klar: Websites, Apps und das heutige Internet werden sich wandeln, um zu überleben.
Die Homepage der Zukunft müsse „Owned Media“ sein. Sie müsse für die Nutzer eine User Experience schaffen, um sich durch die Website zu klicken. Es gehe um exklusive Inhalte und authentisches Material auch mit Videos oder Podcasts. Außerdem müsse im Sinne der Marke eine gute Qualitätssicherung für korrekte Inhalte sorgen. Nach dem Zeitalter von SEO, also Search Engine Optimization zur Suchmaschinenoptimierung, kommt nun mit GEO (Generative Engine Optimization) – Kaiser sprach lieber von GAIO. Das steht für Generative AI Optimization. Die KI bewertet die Seiten nicht wie Menschen. Sie liest Struktur, Metadaten und klare Antworten und wird so zur Quelle von KI-generierten Antworten.
Wie stark die Large Language Models wie ChatGPT, Claude & Co. solche Quellen nutzen, hat unter anderen die Agentur Blinq untersucht. Demnach stammen fast zwei Drittel der Quellen von Unternehmen. Die sind also Corporate Content, sagt eine Analyse des Startups. Weit abgeschlagen folgen die Fachpresse (7,4%) und News-Seiten (5,2%).