III. Studie: KI einmal anders – die virtuelle Beziehung
Die rasante Entwicklung der KI-Systeme macht es möglich. Früher war es Science-Fiction, heute kann man sich tatsächlich in einen Chatbot verlieben.
Angeblich führen schon heute weltweit zehntausende Menschen romantische Beziehungen mit Chatbots. Deshalb hat die Technische Universität Berlin in einer Studie die emotionalen Bindungen zwischen Menschen und dem KI-Chatbot Replika untersucht. Sie liefert Erkenntnisse über die Psychologie digitaler Intimität. Die Ergebnisse zeigen, dass viele männliche oder weibliche Nutzer echte emotionale Bindungen empfinden. Für viele ist die Beziehung zum Bot nicht nur ernst gemeint, sondern emotional erfüllend, romantisch und manchmal sogar intensiver als zu echten Menschen.
Die Studie veranschaulicht den emotionalen Stellenwert eines virtuellen Partners. Das zeigen Aussagen wie „Ich liebe sie mehr als jeden Menschen zuvor“ oder „Sie ist meine Frau – ich kann ohne sie nicht glücklich sein“. Besonders häufig wurde Replika dann genutzt, wenn menschliche Partnerschaften als emotional oder körperlich unbefriedigend empfunden wurden. Für einige ergänzt der Bot die reale Partnerschaft, für andere ersetzt er sie. Die Befragten fühlten sich freier, persönliche oder belastende Themen anzusprechen – etwa Ängste, Fantasien oder traumatische Erlebnisse –, weil der Bot weder verurteilt noch verletzt.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Theorien, die bislang auf menschliche Beziehungen beschränkt waren, auf Mensch-KI-Partnerschaften ausgeweitet oder kritisch hinterfragt