Fraunhofer: Papierverpackungen ohne Klebstoffe
Verpackungen aus Kunststoff sorgen für große Müllberge. Das Fraunhofer Forschungsprojekt
Papure setzt auf Papierverpackungen ohne Klebstoffe.
Papierverpackungen bieten eine Reihe von Vorteilen gegenüber ihren Pendants aus Kunststoff. Sie zeichnen sich durch eine hohe Recyclingquote, geringere CO₂-Emissionen und niedrigere Entsorgungskosten aus. Allerdings lassen sie sich bislang nicht ohne zusätzliche Klebstoffe oder Kunststoffschichten verschließen – ein Nachteil für Herstellungs- und Recyclingprozesse. Im Projekt Papure entwickeln vier Fraunhofer-Institute ein laserbasiertes Verfahren, das komplett klebstofffreie Papierverpackungen ermöglicht.
Das Problem: Für das Verschließen von Papierverpackungen ist der Zusatz von Fremdstoffen wie Klebstoff oder Kunststoff erforderlich. Diese Zusatzstoffe verunreinigen das Papier, erschweren den Recyclingprozess, mindern die Qualität des Recyclingmaterials und stellen damit eine erhebliche Herausforderung im sonst etablierten und effizienten Recyclingprozess von Papier dar.
Im Projekt Papure konnten die Beteiligten der Fraunhofer-Institute einen Lösungsweg zeigen. Eine spezielle Modifikation des Papiers durch Laservorbehandlung erlaubt es, im Nachgang mittels eines Heißsiegelverfahrens dickere Papiere direkt zusammenzufügen. Dieser Laborprozess kann etwa für Standardpapiere verwendet werden, die beispielsweise für die Produktion von Einweg-Pappbechern und anderen Lebensmittelverpackungen genutzt werden.