KfW: Unternehmen spüren negative Effekte des Klimawandels
Das KfW-Klimabarometer schlägt Alarm: In Deutschland ist mehr als jedes fünfte Unternehmen negativ vom Klimawandel betroffen.
Das KfW-Klimabarometer ist eine jährliche Unternehmensbefragung rund um die Themen Klimaschutz und Energiewende. Einer Sonderauswertung sind in Deutschland rund 800.000 Unternehmen (21 Prozent) von den negativen Folgen des Klimawandels betroffen. Von den besonders große Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Euro Jahresumsatz sehen sich sogar 74 Prozent zumindest teilweise negativen Konsequenzen ausgesetzt. Unter den größeren Mittelständlern mit mehr als 50 Beschäftigten aber unter als 500 Millionen Euro Umsatz sind es noch 42 Prozent so.
Große Unternehmen sind häufig international vernetzt, haben internationale Lieferketten und Absatzmärkte. Das macht sie besonders anfällig auch für Extremwetterereignisse in weit von Deutschland entfernten Gebieten. „Extremwetterereignisse wie Dürren, Stürme oder Überschwemmungen nehmen weltweit zu und verursachen erhebliche Schäden, auch in Deutschland“, sagt Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. Er erinnert beispielsweise an die trockenen Sommer 2022 und 2025. Aufgrund der niedrigen Flusspegel erreichten weniger Güter und Energieträger ihre Bestimmungsorte, thermische Kraftwerke und Wasserkraftwerke waren in ihrer Leistung begrenzt. Auch industrielle Kühlprozesse leiden unter eingeschränkter Kühlwassernutzung.
Ein anderes Beispiel ist der gewaltige Schlammlawinen-Unfall in der zweitgrößten Kupfermine der Welt in Indonesien im letzten Herbst. Als Auslöser gelten auch ungewöhnliche starke Regenmassen. Sie spülten etwa 800.000 Tonnen Schlamm in die unterirdische Grasberg-Mine. Damit fehlen dem Weltmarkt mit entsprechenden Preiseffekten in den nächsten 12 Monaten voraussichtlich 500.000 Tonnen Kupfer. Das entspricht der kombinierten Produktion mehrerer mittelgroßer Minen.