III. EU-Kommission will Kinder besser vor Social-Media schützen
Social Media Verbot für Kinder und Jugendliche wie in Australien? Der EU will einen anderen Weg gehen.
Im letzten Dezember wurden in Australien rund fünf Millionen Accounts bei Instagram, Tiktok & Co. gesperrt – allerdings mit zweifelhaftem Erfolg. In Frankreich kippte gerade der Verfassungsrat ein geplantes Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. An teils bedenklichen und strafbaren Inhalten bis hin zu Pornos und KI-manipulierten Bildern, selbst in Klassenchats, gibt es keinen Zweifel. Aber es gibt auch positive Seiten der sozialen Kanäle. Vor diesem Hintergrund will die Europäische Kommission die Online-Sicherheit von Kindern mit dem geplanten EU KIDS Act verbessern.
Kommissionspräsident Ursula von der Leyen sagte: „Unsere Kinder nutzen heute die fortschrittlichsten Technologien, die je entwickelt wurden. Unser KIDS Act kehrt die Beweislast um – es ist nun Aufgabe der Plattformen, nachzuweisen, dass sie von Grund auf sicher sind. Und wir geben den Eltern wieder das Ruder in die Hand und statten sie mit den notwendigen Mitteln aus, um ihren Kindern zu helfen, sich in einer sichereren Online-Welt zurechtzufinden.“
So verbietet der Vorschlag, dass Social-Media-Plattformen ihre Dienste für Kinder unter 13 Jahren zugänglich machen. Stattdessen gilt ein EU-weites Mindestalter von 15 Jahren für die Eröffnung eines eigenen Social-Media-Kontos durch Minderjährige. Die Online-Riesen müssen sich dem Verbot suchterzeugender Merkmale und auf Profiling basierender Empfehlungsfeeds beugen. Dazu gehört etwa auch das Verbot von endlosem Scrollen ohne manuelles Weiterklicken, trügerischen Belohnungen und Push-Benachrichtigungen während der Nachtruhe.