Schule als handyfreier Raum
Im digitalen Zeitalter ist der Abgesang auf das gedruckte Buch in vollem Gang. Doch die Zoomer greifen gern auf ein haptisches Printprodukt zurück.
Eigentlich hat man dem Buch eine Zukunft wie der Schallplatte – heute: Vinyl – vorhergesagt. Doch Prognosen zur Zukunft haben ihre Schwächen. Die deutsche Buchbranche hat im letzten Jahr ihren Umsatz auf 9,88 Milliarden Euro (2023: 9,71 Mrd. Euro) gesteigert. Nach wie vor ist der stationäre Buchhandel der größte Vertriebsweg für Bücher. Der Online-Buchhandel verbuchte aber erneut ein stärkeres Wachstum. Zwar geht die Zahl der Buchkäufer insgesamt zurück. Die Zahl der Zoomer – also die Generation Z – kauft aber häufiger und mehr ein. Sie greifen insbesondere bei Young- und New-Adult-Titeln zu. Belletristik sowie Kinder- und Jugendbücher sind die wesentlichen Umsatzbringer.
Ein Erfolgsrezept scheint die Kombination aus digitaler und analoger Welt zu sein. Junge Leser sprechen auf TikTok & Co. über Bücher und halten dafür auch das Printprodukt ins Bild. Da fallen nicht nur die Farbschnitte, bedruckte Seitenkanten, mit ihren teils bunt verzierten Mustern auf. Auch das Lesebändchen, Umschläge mit Stanzungen oder Veredlungen sind wieder im Kommen. Der Roman „Hotel Love“ von Autorin Petra Piuk kommt mit strukturiertem UV-Lack in Lippenstift-Optik auf dem Cover daher und bekommt in den Sozialen Medien das Etikett „Mega-Gestaltung“. Die Haptik meldet sich auf überraschende Weise zurück und trifft gerade bei der Generation Smartphone den richtigen Nerv.