III. Leopoldina plädiert für Altersgrenzen bei Social Media
Für Kinder und Jugendliche sind Social Media ein Tor zur Welt. Die Kehrseite können negative Folgen bis hin zur Magersucht sein.
Die Leopoldina, die Nationale Akademie der Wissenschaften, ist ein Schwergewicht der unabhängigen wissenschaftsbasierten Politikberatung. Sie empfiehlt in einem Diskussionspapier Altersgrenzen für Social Media und Einschränkung suchterzeugender Funktionen. Denn viele Kinder und Jugendliche zeigen im Umgang mit Sozialen Medien ein riskantes, manche sogar ein suchtartiges Nutzungsverhalten. Neben durchaus positiven Effekten für Heranwachsende können bei intensiver Nutzung negative Auswirkungen auf das psychische, emotionale und soziale Wohlbefinden auftreten. Das belegen Studien über längere Zeiträume. Die Wissenschaftler nennen beispielsweise Depressions- und Angstsymptome, Aufmerksamkeits- oder Schlafprobleme.
Um den negativen Einfluss sozialer Medien auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen einzudämmen, plädiert die Leopoldina für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren. Für 13- bis 15-jährige Jugendliche sollten soziale Medien nur nach gesetzlich vorgeschriebener elterlicher Zustimmung nutzbar sein. Für 13- bis 17-Jährige sollen soziale Netzwerke zudem altersgerecht gestaltet werden.
Das könnte beispielsweise die algorithmischen Vorschläge betreffen, ein Verbot von personalisierter Werbung oder durch die Unterbindung besonders suchterzeugender Funktionen wie Push-Nachrichten und endloses Scrollen. In Kitas und Schulen soll die Nutzung von Smartphones bis einschließlich Klasse 10 nicht gestattet sein.
Um einen reflektierten Umgang mit sozialen Medien zu fördern, schlagen die Autoren eine entsprechende Medienerziehung in Kitas und Schulen vor. Neben mehr Kompetenzen von Lehrern und Erziehern sollen auch Eltern besser über die Einflüsse sozialer Medien auf die psychische Gesundheit informieren.